Der Mann mit der feinen Nase

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 Peter Demidov - Der Mann mit der feinen Nase bei den Vorbereitungen für "Smell the map" (Bilder: F. Zander)

Peter Demidov - Der Mann mit der feinen Nase bei den Vorbereitungen für "Smell the map" (Bilder: F. Zander)

Sein Name ist Peter Demidov, er ist 22 Jahre alt und in seinem Bekanntenkreis seit kurzem nur noch als „der Mann mit der feinen Nase bekannt“. Peter Demidov wurde in Moskau geboren, als er fünf Jahre alt war, zog er zusammen mit seiner Familie von Russland nach Hamburg. Seitdem wohnt er in Eppendorf, in der schönsten Stadt der Welt, wie er sagt.

Nach seinem Abitur am Helene Lange Gymnasium begann für den gebürtigen Russen und selbsternannten Weltenbummler vor knapp zwei Jahren ein neuer Lebensabschnitt in England. Er begann am Central Saint Martins College of Art and Design in London den Studiengang mit dem griffigen Titel „Master Applied Imagination in the Creative Industries“, eine Art Kreativitätsstudium. Im Augenblick arbeitet er an seiner Diplomarbeit mit dem Titel „Olfaktorium – The Memory of Smell“. Diese Arbeit beschäftigt sich ausgiebig mit Gerüchen und ihre Auswirkungen auf unsere urbanen Gesellschaften.


In dem eigens angefertigten Geruchs-Atlas steckt sehr viel Arbeit

In dem eigens angefertigten Geruchs-Atlas steckt sehr viel Arbeit

Dafür führt Demidov in regelmäßigen Abständen in London und Hamburg Experimente durch, die seine Forschungen und Thesen unterstützen sollen. Eine dieser Untersuchungen mit dem Titel „Smell the map“ wurde vor einigen Wochen mit 6 bis 12jährigen Kindern an der Grundschule Turmweg durchgeführt.

Die Frage, die sich Peter Demidov vor diesem Experiment gestellt hatte war, wie man die Lernfähigkeit von Kindern durch den Einsatz von positiven Gerüchen steigern könnte. Seine These, die es mit dieser Untersuchung zu belegen galt, lautete: Je mehr Sinne beim Lernen zum Einsatz kommen desto größer ist auch der Lernfortschritt bei Kindern.


Ein interessantes Experiment mit den Gerüchen von Früchten

Ein interessantes Experiment mit den Gerüchen von Früchten

Peter Demidov entwickelte für sein Experiment „Smell the map“ einen besonderen Weltatlas, in dem die verschiedenen Länder mit unterschiedlichen Gerüchen präpariert wurden. Den einzelnen Ländern wurden verschiedene Früchte zugordnet. So roch Deutschland zum Beispiel nach Erdbeere während die Philippinen nach Mango dufteten. Die Kinder sollten am Ende des Experiments die einzelnen Länder anhand der unterschiedlichen Gerüche richtig assoziieren.

Die eine Hälfte der Kinder lernte die Länder wie üblich, also ohne den zusätzlichen Einsatz des Geruchssinns. Die andere Hälfte lernte mit dem speziell präparierten Atlas. „Dieses Experiment hat mir wirklich sehr viel Spaß gemacht, denn ich liebe es, mit Kindern zu arbeiten“, sagt Geruchsforscher Demidov.


Einige Früchte für das Projekt

Einige Früchte für das Projekt

Das Ergebnis der Untersuchung bestätigt seine Thesen: „Es hat sich am Ende herausgestellt, dass die Hälfte der Kinder, die Länder mit dem zusätzlichen Einsatz des Geruchssinns lernen konnte, sie schneller und gezielter auf dem Atlas gefunden hat. Meine These hat sich also bestätigt. Ein interessantes Nebenergebnis: Manche Kinder haben mit dem Geruch „Erdbeere“ ein Shampoo assoziiert. Das finde ich sehr bedenklich. Die natürlichen Gerüche verlieren in unserer Gesellschaft nach und nach an Bedeutung“, sagt Demidov.

Auch in Zukunft werden dem Mann mit der feinen Nase die Forschungsthemen nicht ausgehen. Ein zweites Geruchs-Experiment mit Erwachsenen am Isemarkt wird demnächst hier vorgestellt. Demidov hatte Dosen mit unterschiedlichen Gerüchen „gefüllt“. Er verwendete dafür natürliche und synthetische Gerüche von Obst und Gemüse. Nun sollten Probanden Gemüse oder Frucht erraten. Damit untersuchte Demidov in einem Hamburg-London-Vergleich den Naturbezug von Menschen im urbanen Raum.

Mehr über seine Diplomarbeit und Untersuchungen erfährt man auf der Facebook-Seite von Peter Demidov. Der Forscher freut sich über jede Anteilnahme an seinem Projekt, Anregungen und Fragen werden gerne angenommen.

Frederick Zander

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