Ein Polizist zum Anfassen – Auf Streife mit Thorsten Pech

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Thorsten Pech ist Eppendorfs neuer Bürgernaher Beamter (C. Lachnitt)

Thorsten Pech ist Eppendorfs neuer Bürgernaher Beamter (C. Lachnitt)

Um 7 Uhr ist für Thorsten Pech Dienstbeginn im Kommissariat 23. Von hier aus begibt sich Eppendorfs neuer Bürgernaher Beamter auf seinen Rundgang durch das Quartier. Seit dem 1. November 2011 ist Thorsten Pech hier als sogenannter BünaBe im Einsatz, er löst damit seinen Vorgänger Rolf Früchtenicht ab. Die Fußstapfen, die Früchtenicht in seiner langen Amtszeit hinterließ, waren und sind groß. Fast jeder Eppendorfer kannte ihn. Dennoch hat Thorsten Pech es mit seiner kommunikativen und offenen Art geschafft, in seinem neuen Quartier schnell bekannt zu werden.


Die Kinder in der Schule umzingeln Pech begeistert

Die Kinder in der Schule umzingeln Pech begeistert

Zu Beginn seines Arbeitstages hat Thorsten Pech für jeden seiner Kollegen erst einmal einen flotten Spruch auf den Lippen. „Spaß auf der Arbeit muss für mich unbedingt sein, sonst könnte ich das nicht so lange machen“, sagt er. Sein Berufsalltag ist vielfältig und beinhaltet weitaus mehr, als nur in dunkelblauer Polizeiuniform und Mütze durch die Straßen zu streifen. Strafverfolgung, Seniorenschutz, Gewaltprävention und Diebstahlverfolgung, sind nur ein paar Tätigkeitsfelder des neuen Eppendorfer BünaBe.

Thorsten Pech liebt den Dienst auf der Straße. Daher hält er sich so wenig wie möglich im Kommissariat auf, er geht lieber raus. Der 49- Jährige wollte schon immer zur Polizei. Erst war er beim Bundesgrenzschutz in Bonn, 1988 kam Pech dann nach Hamburg. Dort arbeitete er in den Quartieren St. Pauli und Sternschanze, bevor er nach Eppendorf wechselte. Eigentlich sollte man meinen, dass es in einem Bezirk wie Eppendorf relativ wenig für einen Bürgernahen Beamten zu tun gibt. Doch weit gefehlt. „Soziale Brennpunkte gibt es überall. Hier gehe ich eben auch bewusst in die Schulen oder kümmere mich um die Gewaltprävention oder um den Schutz von Senioren“, so Pech. Denn gerade in Zeiten des Enkeltricks müssen besonders Senioren über die verschiedenen Betrugsmöglichkeiten aufgeklärt werden.


Immer im Dialog mit den Bürgern

Immer im Dialog mit den Bürgern

„Bist du ein echter Polizist?“, fragt ein kleiner Junge mit roten Haaren, als Thorsten Pech um 09.35 Uhr rechtzeitig zur ersten Pause die Grundschule Knauerstraße betritt. Viele Kinder kennen ihn. Sie begrüßen ihn fröhlich mit Namen, rennen auf ihn zu und schließen einen engen Kreis um ihn. „Seit ich mich in der Schule vorgestellt habe, wollen viele später auch zur Polizei“, sagt Pech und lächelt. In den Schulen ist er immer präsent – als sogenannter „Cop4 U“ ist er auf einem Plakat abgebildet. Mit seiner Handynummer für alle Fälle.


Natürlich musste er sich auch erst einmal im Quartier bekanntmachen. Bereits im April begann sein Vorgänger Rolf Früchtenicht ihn einzuarbeiten und in den verschiedenen Einrichtungen vorzustellen. Da gehörte eine Teestunde im Seniorenkloster genauso dazu wie die Lehrerkonferenz in den Stadtteilschulen.


Auch bei kleinen Dingen ist Pech behilflich

Auch bei kleinen Dingen ist Pech behilflich

Besonders gerne und oft führt ihn sein Weg durch die Eppendorfer Landstraße. Gerade in der Weihnachtszeit muss er besonders aufpassen, denn Ladendiebstahl in den verschiedenen Geschäften ist an der Tagesordnung. Als er eine Parfümerie betritt, begrüßt ihn gleich die Filialleiterin und meldet, dass vor kurzem schon wieder Waren entwendet wurden. Die beiden beraten, wie sie weiter gegen die Diebstähle vorgehen können. Die adrett gekleidete Dame ist ganz begeistert: „Die Bürgernahen Beamten liebt man richtig – sie sind Ansprechpartner in allen Lebenslagen“.


Wie wahr dieser Spruch ist, wird deutlich, als Pech an einer Kreuzung an der Eppendorfer Landstraße steht. „Bitte schützen Sie mich, ich habe wertvolle Ware bei mir“, spricht ihn eine Dame lächelnd an. Sie trägt nicht etwa eine Geldkassette bei sich, sondern eine Dose Bahlsen-Kekse. „Wenn Sie mir etwas davon abgeben, dann gerne“, erwidert Pech. Das passiert ihm häufig – die Leute sprechen ihn einfach mal nett an, machen einen kleinen Scherz mit ihm oder halten einen kurzen Plausch. Thorsten Pech hat ebenfalls Spaß daran, denn den Kontakt mit den Bürgern schätzt er besonders. „Oft laden die Menschen ihre Sorgen und Probleme bei mir ab“, so Pech. Besonders die vielen Schrott-Fahrräder am Wegrand sorgen und ärgern die Eppendorfer. Gleich zweimal wird Pech auf seinem Rundgang angesprochen, wann denn diese „Schrottlauben“ entsorgt würden.

Im Stadtteil nimmt man seine Anwesenheit dankend an. Für Thorsten Pech macht gerade diese Mischung seine Arbeit interessant. „Ich bin ein Polizist zum Anfassen und irgendwie auch das Mädchen für alles“. Mit seiner kommunikativen Art geht er auf Bürger und Gewerbetreibende gleichermaßen zu. So hat es auch nicht lange gedauert, dass er sich mit den Betreibern der Glühweinstände und Imbissbuden am Marie-Jonas-Platz angefreundet hat. Schon von weitem winken ihm die Besitzer des Crêpe-Standes zu und freuen sich auf ein kurzes Gespräch mit Pech. Und als eine ältere Dame mit ihrem Gehwagen nicht über die verlegten Kabel fahren kann, ist Pech sofort zur Stelle, um ihr zu helfen – ganz der Bürgernahe Beamte eben.

Christina Lachnitt

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