Hamburg bekommt erstes Uhrmachermuseum

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Andreas Hentschel eröffnet in Hamburg ein neues Uhrmachermuseum (Bild: P. Piel)

Andreas Hentschel eröffnet in Hamburg ein neues Uhrmachermuseum (Bild: P. Piel)

Andreas Hentschel ist Uhrmacher aus Leidenschaft. Seine Liebe gilt nicht nur dem Handwerk, sondern auch dessen Geschichte – zumal seine Heimatstadt Hamburg darin eine Hauptrolle spielt. Hier wurden vor 200 Jahren Chronometer gebaut, die zu den robustesten ihrer Epoche zählten und Nautiker, Forscher und Entdecker auf ihren Reisen begleiteten. Wissen und Leidenschaft will Andreas Hentschel jetzt weitergeben: mit Hamburgs erstem Uhrenmuseum und einer „gläsernen Manufaktur“, die er am Donnerstag an der Geschwister-Scholl-Straße in Eppendorf eröffnet.


Zwischen historischen Chronometern, Schiffsschrauben und anderen Exponaten – etwa dem Original-Klappgestühl der ersten, 1933 in Hamburg gebauten Gorch Fock – können die Besucher nach vorheriger Anmeldung (Telefon: 040-35072504) Hentschel und seinen Uhrmachern über die Schulter schauen. Außerdem lädt er Gastredner wie Bergsteiger Reinhold Messner ein und bietet Workshops an, in denen Interessierte in die Künste der Uhrmacherei eingeführt werden.


„Wir bauen unsere Uhren sichtbar für alle“, sagt Hentschel. „Andere Uhrmacher halten das meistens geheim.“ Und so können die Gäste – entweder in einem Acht Minuten-Film oder live – miterleben, wie aus bis zu 300 Teilen eine Uhr entsteht: aus winzigen Hebeln, Federn und Zahnrädern, Rubinen, Schrauben, Platinen und Brücken, dem Zifferblatt, Zeigern und Gehäuse. Die Werkzeuge dafür sind höchst filigran. „Manche Bohrer sind gerade mal so dick wie zwei Haare“, sagt Hentschel, der mit einer Genauigkeit von einem 500stel Millimeter arbeitet.


Weil er auch die Jugend für die Uhrmacherei begeistern möchte, strebt er Kooperationen mit Schulen an; auch an den Eröffnungstagen (1. bis 3. Dezember) sind angemeldete Kinder willkommen und können wie alle Besucher einfache Zeitmesser zusammenbauen.


Im Januar bietet Hentschel einen Workshop exklusiv für 20 Abendblatt-Leser an. Er umfasst das Zusammenbauen eines einfachen Uhrenmodells sowie das Ausprobieren von Techniken wie Oberflächenveredelung, bläuen, polieren und schleifen, Zuschriften bitte an event@beilquadrat.de. (fru)

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