Parkplatznot: Antrag der CDU auf mehr Parkraum abgelehnt

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Wie an vielen Stellen in diesem Stadtteil, sind auch am Eppendorfer Baum Parkplätze Mangelware (Bild: E.Hyra)

Wie an vielen Stellen in diesem Stadtteil, sind auch am Eppendorfer Baum Parkplätze Mangelware (Bild: E.Hyra)

„Ich dreh schon seit Stunden hier so meine Runden, es trommeln die Motoren…..ich finde keinen Parkplatz, ich komm’ zu spät zu Dir, mein Schatz.“ Jedem Eppendorfer oder Winterhuder Autobesitzer ist dieser Grönemeyer-Klassiker sicherlich schon einmal in den Kopf gekommen, wenn in einigen Straßenzügen die Parkplatzsuche mal wieder fast aussichtslos war. Mehrere Runden um den Block sind oft völlig normal, um das Auto dann am Ende doch einige Gehminuten von der eigenen Wohnung entfernt abstellen zu müssen. Da überlegt man schnell, ob die letzte Erledigung nicht auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad möglich gewesen wäre.


Die Parkplatzsituation ist seit Jahren schlecht und Besserung ist kaum in Sicht. Die CDU hat deshalb vor Kurzem einen Antrag beim Regionalausschuss Eppendorf/Winterhude eingereicht, wonach das Bezirksamt prüfen soll, an welchen Stellen noch Parkplätze geschaffen werden könnten. Als Begründung für den Antrag wurde auch das Problem genannt, dass unter vielen Altbauten kein Bau von Tiefgaragen möglich ist. Außerdem würden durch die ständige bauliche Veränderung immer neue Autos hinzukommen. Als konkrete Möglichkeit für die Schaffung von Parkplätzen wurde von der CDU die „Entpollerung“ an einigen Stellen sowie eine neue Anordnung der bestehenden Parkplätze genannt.


Ein Anwohner auf Parkplatzsuche (Bild: I. Kubitzky)

Ein Anwohner auf Parkplatzsuche (Bild: I. Kubitzky)

Der Antrag der CDU wurde nach einer Diskussion im Regionalausschuss von SPD, GAL und FDP jedoch abgelehnt. Warum, erklärt Dr. Jan Freitag, SPD-Sprecher für Eppendorf und Winterhude: „ Es gab mehrere Gründe, warum wir das abgelehnt haben. Das Vorhaben wäre ein bürokratisches Monster, wenn das Bezirksamt einzeln nachprüfen müsste, an welchen Stellen Parkplätze geschaffen werden könnten.“ Hinzu käme laut Freitag, dass es bereits einige Quartierstiefgaragen gäbe, diese aber wenig genutzt würden. Eine davon ist am Marie-Jonas-Platz, sie wurde mit der Erneuerung des Platzes gebaut. Dort gibt es viele Parkplätze, die noch nicht vermietet sind.


Als Smartfahrer ist die Parkplatzsuche einfacher (Bild: L. Niedeggen)

Als Smartfahrer ist die Parkplatzsuche einfacher (Bild: L. Niedeggen)

Ein wichtiges Argument für die Schaffung von mehr Parkplätzen sei laut CDU auch, dass es viele junge Familien in den betroffenen Stadtteilen gäbe, die auf ein Auto angewiesen seien – oft beruflich und privat. Ein Argument, dass sowohl SPD als auch GAL nicht gelten lassen wollen. „Ich habe auch ein kleines Kind und in Eppendorf kann man eigentlich jede Erledigung auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad machen. Die Versorgung ist sehr gut“, sagt Kai Elmendorf von der GAL. Hinzu käme laut SPD-Sprecher Dr. Jan Freitag, dass Familien nicht nur ein, sondern manchmal auch drei oder vier Autos hätten. Man wolle niemandem vorschreiben, wie viele Autos man sich anschafft, aber für diese steigende Zahl könnten nicht ausreichend Parkplätze geschaffen werden. Interessant sei auch ein Konzept aus Japan und Skandinavien. Dort muss für jedes Auto ein fester Parkplatz nachgewiesen werden. Laut Dr. Freitag könnte das auch für Hamburg angedacht werden.


Alle möglichen Parkflächen werden genutzt (Bild: L. Niedeggen)

Alle möglichen Parkflächen werden genutzt (Bild: L. Niedeggen)

Christoph Ploß, verkehrspolitischer der CDU-Fraktion, zeigt sich enttäuscht über die Ablehnung des Antrags:„Es ist bedauerlich, dass SPD, FDP, Linke und Grüne sich unserer Initiative verweigern, das vorhandene Parkplatzpotenzial vor allem in Eppendorf, Winterhude und Uhlenhorst auszuschöpfen und neue Parkplätze zu schaffen. Wer wie diese Parteien aus ideologischen Gründen sogar Parkplätze vernichten will, um die Menschen vom Autofahren abzuhalten, vergisst, dass zum Beispiel junge Familien auf das Auto angewiesen sind“. Dem Vorwurf, dass der Antrag aus ideologischen Gründen zurückgewiesen wurde, hält Kai Elmendorf von der GAL entgegen: „Wir wollen keinesfalls den Menschen das Autofahren austreiben. Wir glauben nur, dass im Moment die vorhandenen Gelder für andere Dinge ausgegeben werden sollten. Es wurde in der Vergangenheit einiges in neue Parkmöglichkeiten investiert.“


In naher Zukunft wird es also keine weiteren Parkplätze in Eppendorf und Winterhude geben. Die täglichen Runden um den Block werden weiterhin notwendig sein. Vielleicht ein Kompromiss, den man eingehen muss, wenn man in so zentraler Lage in einem Altbau wohnt. Also nochmal für alle zum Mitsingen: „Ich finde keinen Parkplatz, ich komm’ zu spät zu dir, mein Schatz. Du sitzt bei Kaffee und Kuchen und ich muß weiter suchen…..“ Hier gibt es das Lied in voller Länge zum Mitsingen.


Mira Chopra

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