Wird Michael Albrecht neuer UKE-Chef?

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Universitätsklinikum Eppendorf (Bild: R. Magunia)

Universitätsklinikum Eppendorf (Bild: R. Magunia)

Kommt der neue UKE-Chef aus Hamburgs Partnerstadt? Zehn Wochen nach dem Weggang von Jörg F. Debatin aus dem Universitätsklinikum gibt es einen ersten Kandidaten für die Nachfolge des Ärztlichen Direktors: Professor Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand der Uniklinik Dresden. Im Oktober wurde die Stelle ausgeschrieben, Ende des Monats war die Bewerbungsfrist ausgelaufen.

Eine Personalberatung hat die Wissenschaftsbehörde um Senatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) bei der Sichtung unterstützt. Nun hat der gebürtige Münchner Michael Albrecht selbst verkündet, dass er ein Angebot aus Hamburg vorliegen habe. Ja, er sei „verschiedentlich angesprochen worden“, ob er im UKE Vorstandsvorsitzender werden wolle, sagte Albrecht gegenüber „kma-online“, dem Magazin für Nachrichten aus der Gesundheitswirtschaft.

Weiter zitiert der Onlinedienst den Uniklinik-Chef aus Dresden: „Und da sage ich natürlich auch nicht: ,Hamburg? Find ich scheußlich!‘ Aber die Frage ist, ob ich dort so arbeiten kann, wie ich mir das vorstelle. Ich möchte nicht ein Grüß-Gott-August sein, der eine nette Rede hält, ein wenig über Qualität spricht und ansonsten nichts zu sagen hat. Entscheidend ist für mich: Erlauben die Strukturen in Hamburg es mir, meine persönlichen strategischen Visionen umzusetzen?“

Umgesetzt wird in Hamburgs Partnerstadt an der Elbe in diesen Tagen Großes: Die Eröffnung des größten Neubaus in der Geschichte des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus. Für 140 Millionen Euro entstand das neue Diagnostisch-Internistisch-Neurologische Zentrum (Dinz).

Albrecht gilt als einer, der nicht nur strategisch arbeitet, sondern sich auch persönlich um das operative Geschäft kümmert. So trifft er sich, schreibt kma-online alle zwei Wochen mit seiner Qualitätschefin und Vertretern der Rechts- und Abrechnungsstelle, um sämtliche Patientenbriefe zu lesen, zu beantworten und auszuwerten.

Laut Aufsichtsratschef Peter Scriba, der Albrecht schon das Staatsexamen abgenommen hat, sei Albrecht „der beste Ärztliche Direktor, den wir in Deutschland haben“. Und das könne er sogar beweisen: „Drei der bekanntesten deutschen Unikliniken haben versucht, ihn zu holen: Berlin, Heidelberg und München. Aber Albrecht blieb.“

Bis jetzt, muss man wohl sagen. Sagen will die Wissenschaftsbehörde in Hamburg aber offiziell noch nichts zu dem Kandidaten. „Wir befinden uns in einem laufenden Verfahren“, sagt Behördensprecherin Svenja Brandt nur.

Jörg F. Debatin hatte das UKE Ende September ein Jahr vor Ende seiner Vertragslaufzeit verlassen. Derzeit leitet Professor Guido Sauter, der stellvertretende ärztliche Direktor, kommissarisch das UKE mit seinen rund 7000 Mitarbeitern. Bereits vor einigen Wochen hatte die CDU-Opposition die Nichtbesetzung des wichtigen Postens kritisiert. „Die Mitarbeiter verdienen Klarheit. Natürlich darf bei dieser verantwortungsvollen Position nichts übers Knie gebrochen werden, aber die Suche nach einem Nachfolger für Jörg Debatin dauert schon entschieden zu lange“, sagt der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Dennis Thering.

Jan Haarmeyer

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